Abstimmung 10-Millionen-Schweiz
Migros ist der grösste Arbeitgeber der Schweiz. In der Fleischproduktion sind 60 % Ausländerinnen und Ausländer tätig. In einzelnen Abteilungen sogar 90 %. Überall im Detailhandel verhält es sich ähnlich, ….und in unseren Spitälern? ….und in der Bauwirtschaft? …. und in der Landwirtschaft? …und in der Gastronomie?
Die Initiative sagt: Dem Ausweisen von schwangeren Frauen und dem Verstecken der Kinder zum Trotz, ein Saisonnierstatus ist halt wirtschaftsfreundlich. Saisonniers bezahlen Steuern. Arbeiten für tiefe Löhne und müssen nach neun Monaten mit krummen Buckeln wieder ausreisen. Was dem Faschisten und Antisemiten Schwarzenbach in den 70-er Jahren gut war, soll uns recht sein. Rechtlose Wanderarbeiter wie in den arabischen Staaten passen auch in die Schweiz!
Zeitweilig streifen sich die Initianten das grüne Mäntelchen über. Wenn aber in Wettingen auf dreizehn Hektaren Grünland die Firma Hitachi angesiedelt werden soll, ist dies dem bekanntesten Glarner in der Nachbarschaft dann schon wert, das Projekt wärmstens zu empfehlen. Dass Hitachi nicht nur Grünland verschlingt, sondern auch hunderte von ausländischen Arbeitskräften braucht, verschweigt Nationalrat Glarner.
Dem porösen Gedächtnis der Initianten ist ohnehin gerade entschwunden, dass die Förderung von Ölheizungen, SUV , Autobahnen und Tempo 130 starke Indizien sind, dass Umweltschutz nicht zu ihren Anliegen gehört. Wie sagt doch Parteipräsident Dettling: Mir gefallen warme Sommer. Das Heu trocknet schneller in Oberiberg.
Fehlanzeige wenn Mitdenken und Mitarbeiten gefordert ist:
- Von den Asylanten Spracherwerb verlangen, berufliche Tätigkeit einfordern, aber auch anbieten.
- Beim schleppenden Vollzug von Wegweisungen mithelfen, um Lösungen in Koordination mit Europa zu erarbeiten - dafür macht sich die SVP nicht stark.
Eine behördlich verordnete Perspektivlosigkeit ohne Spracherwerb, ohne Arbeit. Das ist eher ihr Ding. Das fördert eben jenes Chaos, das die Initianten brauchen, damit das Thema immer weiter bewirtschaftet werden kann.
Lieber den Kriegstreibern der Welt Goldbarren offerieren und mit den Reichsten kooperieren, mit Tiefststeuern Unternehmen anlocken und die zwangsläufig benötigten ausländischen Mitarbeiterinnen dazu benützen, um gegen sie vor allen Mikrofonen zu polemisieren.
Nein danke, das ist pure Verlogenheit!
Urs Straumann